BDSM DEFINITION: Alles über diese Praktik

Artikelautor: Estelle SERRES
Artikel veröffentlicht auf der Website: 12. Dez 2025
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BDSM als Praxis fasziniert, beunruhigt manchmal, erregt häufig Neugier – doch es ist wichtig, eine klare Definition davon zu geben.

Hinter diesen vier Buchstaben entfaltet sich ein Universum: das eines kodierten, bewussten und unendlich persönlichen Begehrens, das in verschiedenen Sprachen ausgedrückt werden kann.

Dominanz, Unterwerfung, Fesselung, Kontrolle, intensive oder zarte Empfindungen… all diese Praktiken kreisen um Machtverhältnisse.

BDSM bezeichnet nicht eine einzige Praxis, sondern ein Ensemble von Spielen: körperlichen, psychischen, symbolischen – gegründet auf einem gemeinsamen Pfeiler: dem Einverständnis zwischen den Partnern.

Dieser Leitfaden lädt Sie ein, die Welt dieses Territoriums der Lust besser zu verstehen – insbesondere indem Sie Ihre Wünsche mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner im vollen Bewusstsein erkunden.

Was bedeutet BDSM?

Das Wort BDSM ist ein international gebräuchliches Akronym, das eine Definition eines Ensembles sexueller, erotischer, relationaler und sensorischer Praktiken bezeichnet, die auf Einvernehmlichkeit, Vertrauen und einer kodierten Erkundung von Macht, Zwang oder Empfindung beruhen.

Die französische Definition von BDSM laut Wörterbuch umfasst: „alle sexuellen Praktiken, die Bondage, Dominanz, Sadismus und Masochismus, Unterwerfung und Bestrafung einschließen."

Hinter diesen vier Buchstaben verbergen sich bei den Praktizierenden tatsächlich drei komplementäre Begriffspaare:

  • B/D : Bondage & Discipline : Der Körper wird gefesselt, gehalten, geführt – in Spielen aus Kontrolle und gegenseitig akzeptierten Regeln.

  • D/S : Dominanz & Unterwerfung (Dom/Sub) : eine Machtdynamik, bei der eine Person führt, die andere folgt – in einem zeitlich begrenzten, frei definierten Vertrag innerhalb einer Regel.

  • S/M : Sadismus und Masochismus (Sadism & Masochism) : erotische Begegnungen, bei denen Intensität, mitunter Schmerz, zur Quelle der Lust wird – für denjenigen oder diejenige, der oder die gibt, wie für denjenigen oder diejenige, der oder die empfängt.

Diese Begriffe englischer Herkunft werden heute weltweit verwendet: ob bondage, domination, subspace, switch oder impact play (kodifizierte Berührungsspiele) – BDSM spricht eine universelle Sprache, wird jedoch auf ganz persönliche, intime Weise gelebt, mit einem Inhalt, der jedem Individuum eigen ist.

Es handelt sich nicht um eine aufgezwungene Handlung, sondern um ein präzises Rollenspiel, kodifiziert, gemeinsam mit den Partnern (oder mehr) gestaltet.

Manche bevorzugen die Langsamkeit des Bondage, andere die aufbauende Spannung einer Peitsche bei einem Spanking.

Manche möchten die Kontrolle abgeben, andere Macht ausüben – manchmal abwechselnd zwischen Dominanz und Unterwerfung, je nach Person.

In jedem Fall hat BDSM nichts mit einem Modeeffekt oder einem desorganisierten Launenspiel zu tun – es ist eine Form der Beziehung, oft sehr feinsinnig, die Kenntnisse, Zuhören, Vorbereitung und Sicherheit erfordert.

Was sich im BDSM abspielt, ist keine reine Transgression, sondern die freie Übereinkunft über einen erotischen Rahmen, eine Regel, die man gemeinsam festlegt. Niemals ohne das freie, bewusste, umkehrbare Einverständnis aller an der sexuellen Praxis Beteiligten.

Bei 1969 glauben wir, dass BDSM ein Universum ist, das eine sexuelle, sinnliche und kraftvolle Erfahrung bietet – vorausgesetzt, sie gründet auf Respekt, Vertrauen und einer feinen Aufmerksamkeit für die leisesten Zeichen des Körpers und der Sprache. Es ist ein Spiel, eine Szene, die man im Vorfeld bespricht, um alle Möglichkeiten zu genießen, die diese Praxis eröffnet.

Ein wenig BDSM-Geschichte: vom Sadomasochismus, von Dominanz und Unterwerfung, von Bondage und Disziplin …

BDSM, wie wir es heute kennen, ist in seiner Geschichte eine Definition und eine junge Konstruktion. Doch die Praktiken, die es umfasst – Dominanz, Zwang, intensive oder ritualisierte Lust – erkunden Macht und durchziehen Kulturen, Jahrhunderte und Sprachen.

Bereits in der Antike stehen Darstellungen von Macht, Sex und Leid in Fresken, Mythen und bestimmten Initiationsriten nebeneinander.

In Japan findet die Kunst des Shibari (ästhetisches Bondage) ihre Wurzeln im Hojojutsu, einer Technik zur Ruhigstellung von Gefangenen, die ab dem 15. Jahrhundert entwickelt wurde.

In Europa verdanken wir dem Marquis de Sade (1740–1814) eines der ersten literarischen Werke der französischen Sprache, das Begehren, Sex, Macht und Grausamkeit miteinander verwebt – nicht ohne Kontroverse und Verurteilung.

Doch erst im 20. Jahrhundert organisieren sich diese Vorstellungswelten zu einer identifizierten BDSM-Kultur, insbesondere dank der Queer-, Sex-positive- und feministischen SM-Bewegungen.

BDSM aus Sicht der Psychoanalyse… und dann der Philosophie

Lange Zeit wurden diese sexuellen Praktiken durch die medizinische oder psychoanalytische Linse interpretiert.

Sigmund Freud verband den Sadomasochismus an der Wende zum 20. Jahrhundert mit einem verdrängten Todestrieb und sah darin ein Zeichen von Neurose.

Eine Sichtweise, die später von Gilles Deleuze in "Présentation de Sacher-Masoch" (1967) in Frage gestellt wurde, der Masochismus und Sadismus klar voneinander unterscheidet:

„Masochismus ist nicht das Gegenteil, sondern das Spiegelbild des Sadismus."

Bei Deleuze sucht der masochistische, unterworfene Mensch nicht den Schmerz, sondern eine ritualisierte Form des Kontrollverlusts – in einer Ästhetik des Vertrags, des Spiels, der Inszenierung.

Diese philosophische Wende schlägt eine neue Seite auf und leitet eine Neulektüre von BDSM als Sprache der Macht und relationale Struktur ein – anstatt es als Pathologie zu betrachten.

BDSM – eine weltweite Kultur, lokale Szenen

Ab den 1970er Jahren strukturiert sich die BDSM-Kultur auf internationaler Ebene, insbesondere:

  • In den Vereinigten Staaten (San Francisco, New York), wo die ersten SM-Clubs und sex-positiven Manifeste entstanden,

  • In Deutschland, der Wiege der zeitgenössischen Fetisch-Bewegung (Berliner Stil),

  • In Japan, wo sich eine visuelle und kodifizierte Bondage-Szene über Shibari entwickelt,

  • In Frankreich, wo das Erbe von Sade auf libertine Milieus und postfeministische Denkströmungen trifft.

Heute entfaltet sich BDSM je nach Codes, Sprachen und Werten jedes Landes, doch stets auf demselben Fundament: Einvernehmlichkeit, Sicherheit und Vertrautheit.

Die Grundlagen für den Einstieg ins BDSM

BDSM zu entdecken ist wie das Erlernen einer neuen Sprache – eines sensorischen, körperlichen, emotionalen Vokabulars, das eine einzigartige Verbindung zwischen den Partnern schafft. Eine Sprache, in der das Zuhören der Geste vorausgeht, in der jede Praxis auf einem grundlegenden Fundament ruht: dem Vertrauen.

Denn nein, man beginnt nicht mit einer Reitgerte oder einem Seil – das Ganze ist ein Zusammenspiel:

Man beginnt mit einem Rahmen, einer Regel, man spricht von einem einvernehmlichen Raum, einer gewählten Szene, einer Ethik des Spiels.

Die Szene oder der Rahmen eines ernsthaften Spiels in der BDSM-Praxis

Im BDSM-Universum bezeichnet das Wort „Szene" einen bestimmten Moment, in dem die Partner entscheiden, in eine Rolle, eine Dynamik einzutreten.

Das ist kein Theater, sondern ein Vertrag – auch ein stiller. Ein ritualisierter Raum, in dem man im vollen Bewusstsein erkundet.

Vor der Szene: Man tauscht sich aus, legt Grenzen, Wünsche und Sicherheitsworte fest.

Nach der Szene: Man kümmert sich um den anderen, hört zu, beruhigt. Das ist das Aftercare – dieser schwebende Moment, in dem man zu sich selbst zurückfindet, zu zweit.

Um eine Szene zu gestalten, entdecken Sie unsere Auswahl Szenen-Accessoires.

Die Grundpfeiler eines gesunden BDSM

Ob Anfänger·in oder Erfahrene·r – alles beginnt mit drei grundlegenden Orientierungspunkten:

  • Safe (sicher) : keine echte Gefahr, weder für den Körper noch für das seelische Gleichgewicht.

  • Sane (nüchtern/klar) : jede Person muss klar im Kopf und im vollen Besitz ihrer Mittel sein.

  • Consensual (einvernehmlich) : nichts geschieht ohne gegenseitige Zustimmung, die jederzeit widerrufbar ist.

Einige BDSM-Communitys nutzen auch das Prinzip RACK (Risk Aware Consensual Kink), um zu betonen, dass man in seiner Sexualität Risiken eingehen kann, solange diese verstanden, gewollt und kontrolliert sind.

Die Sprache des BDSM: ein wesentliches Lexikon

Um Missverständnisse zwischen Personen zu vermeiden, ist es ratsam, einige gängige Begriffe zu kennen:

  • Dom / Dominant·e : diejenige oder derjenige, der die Szene leitet.

  • Sub / Submissive : diejenige oder derjenige, der die Kontrolle abgibt – in einem definierten Rahmen.

  • d s oder d/s Akronym für Dominant und Submissive

  • Switch : eine Person, die je nach Partner oder Wunsch zwischen den Rollen wechseln kann.

  • Safeword (Sicherheitswort) : ein Wort, das die Szene sofort unterbricht, wenn Unbehagen entsteht.

  • Aftercare : ein Moment der Fürsorge und der Rückkehr zur Ruhe nach einer Szene.

  • Hard limits / Soft limits : strikte Grenzen (hard) oder solche, die mit Vorsicht erkundet werden (soft).

Für Erfahrene oder Einsteiger·innen sind unsere BDSM-Kits darauf ausgelegt, die ersten Grundlagen einer Szene zu legen. Entdecken Sie außerdem unsere Auswahl an BDSM-Accessoires.

BDSM sanft erkunden

Sie sind neugierig, eine Machtdynamik im BDSM-Universum auszuprobieren?

Beginnen Sie mit leichten Empfindungen: einer Augenbinde, einem Paar Handschellen aus Samt, einer feinen und geschmeidigen Peitsche in einer schönen Farbe.

Suchen Sie nicht nach Performance – suchen Sie nach der Qualität der Verbindung, nach der Feinfühligkeit des Dialogs.

BDSM ist keine Eskalation. Es ist ein Rhythmus zu zweit (oder mehr), manchmal langsam, manchmal gewagt, aber stets frei einvernehmlich.

Bei 1969 glauben wir, dass BDSM weder ein Trend noch ein Tabu ist. Es ist eine relationale Kunst, ein Terrain des Vertrauens, des Spiels, des Bewusstseins. Und die schönste Szene… beginnt oft mit einem einzigen Wort: „Und du – was möchtest du, dass wir erkunden?"

Vorgefasste Meinungen rund um den Sadomasochismus

Obwohl BDSM heute sichtbarer ist, bleibt es eine Praxis, die weitgehend von Fantasien, Missverständnissen und manchmal einem gewissen Misstrauen umgeben ist – oft von vielen missverstanden.

Das Wort „Sadomasochismus" ruft bei manchen Assoziationen von Schmerz, Leid, ja sogar Perversion hervor. Doch hinter diesen Projektionen verbirgt sich eine weit reichere, nuanciertere und zutiefst menschliche Wirklichkeit.

„BDSM bedeutet, jemandem wehtun oder sich wehtun lassen wollen", Dominanz und Unterwerfung

Es ist wohl das hartnäckigste Bild: das eines Kräfteverhältnisses, bei dem eine Person leiden lässt und die andere Person alles akzeptiert.

In Wirklichkeit hat BDSM nichts mit dem Bereich der Gewalt und des erlittenen Schmerzes zu tun. Es beruht auf einer Vielzahl von Praktiken, die gewählt, begleitet und von beiden Seiten gewünscht sind, wobei jede Person ein Wort mitzureden hat.

Was manche „Schmerz" nennen, ist in Wirklichkeit eine intensive Stimulation, kodifiziert, erwartet und stets durch strenge Regeln begleitet: Sicherheitswort, ständiger Dialog, Aftercare. In diesem Rahmen wird Schmerz anders wahrgenommen.

Im BDSM wird nichts aufgezwungen. Alles entsteht in einer Dynamik des Zuhörens, des Respekts und des bewussten Einverständnisses.

„Man muss verletzt oder instabil sein, um so etwas zu mögen"

Lange Zeit galt der Sadomasochismus als abweichende Persönlichkeit oder Pathologie.

Doch die zeitgenössische Forschung hat dieses Bild grundlegend in Frage gestellt.

  • Eine im Journal of Sexual Medicine (2013) veröffentlichte Studie zeigt, dass BDSM-Praktizierende psychologisch ebenso stabile, wenn nicht ausgeglichenere Profile aufweisen als der Bevölkerungsdurchschnitt: weniger ängstlich, extravertierter, mit einem häufig sichereren Bindungsstil.

  • Im Jahr 2020 kam eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit des King's College London zu dem Schluss, dass kein signifikanter Zusammenhang zwischen BDSM und psychischen Störungen besteht, sofern die Praxis einvernehmlich und in einem gesunden Rahmen stattfindet.

BDSM ist daher keine Flucht oder Kompensation, sondern eine Form der Beziehung und sensorischen Kommunikation, wie es Tanz, Theater oder intensiver Sport sein können.

„Es ist zwangsläufig sexuell"

BDSM kann eine sexuelle Dimension beinhalten, aber das ist keine Voraussetzung.

Manche Szenen finden bekleidet statt, ohne genitalen Kontakt, in einer subtilen oder symbolischen erotischen Spannung. Die Lust kann im Blick entstehen, im gesprochenen Wort, im Spiel mit Autorität, in der Langsamkeit einer Geste.

Es ist eine Choreografie zu zweit (oder mehr), bei der jede Empfindung zählt.

„BDSM ist für Junge, Schwule oder Extreme"

Auch hier widerlegen die Zahlen die Klischees :

Menschen jeden Alters, jeder sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität erkunden heute BDSM. Manche entdecken diese Praktiken mit 20, andere mit 50 oder 60 – im Rahmen einer festen Partnerschaft oder einer Selbstwiederentdeckung.

Im Jahr 2022 kam eine wissenschaftliche Studie der Cambridge University für die European Psychiatry zu dem Ergebnis, dass BDSM zunehmend von heterosexuellen oder cis-gender Paaren praktiziert wird – in sanften, personalisierten Formen, weit entfernt von den Klischees, die Filme oder Pornografie vermitteln.

Warum diese sexuelle Praxis ausprobieren?

Oft denkt man, BDSM sei Eingeweihten, Underground-Milieus oder Liebhabern extremer Intensität vorbehalten.

In Wirklichkeit richtet es sich an alle Menschen, die neugierig sind, ihren Körper, ihre Grenzen und ihre Emotionen in einem sicheren und einvernehmlichen Rahmen zu erkunden.

Ob man seit zwanzig Jahren zusammen ist, solo, Anfänger oder bereits erfahren – BDSM kann das intime Leben, die Sexualität, mit Sanftheit oder Intensität bereichern, je nach Wunsch. Es ist keine Praxis, die einer Elite vorbehalten ist, sondern ein Terrain, das man in seinem eigenen Tempo und nach seiner eigenen Karte erkunden kann.

Hier sind 5 gute Gründe, diese Praxis zu erkunden:

1. Um die Vertrautheit im Paar neu zu entfachen

Mit der Zeit kann die Sexualität sich abnutzen, ritualisieren, an Spontaneität verlieren. BDSM führt eine neue Dynamik in den Austausch zwischen Personen ein: Man spielt Rollen, erkundet Szenarien, erzeugt eine andere Spannung – manchmal nur durch eine Maske oder eine tiefere Stimme.

Diese BDSM-Inszenierung von Macht eröffnet den Dialog von Neuem und fördert die Präsenz in den eigenen Beziehungen.

2. Um sich selbst besser kennenzulernen

Eine BDSM-Praxis auszuprobieren bedeutet auch, das eigene Begehren zu befragen: Was erregt mich? Was stört mich? Wo liegen meine Grenzen, meine heimlichen Wünsche?

Es ist ein Weg zu sich selbst, durch den anderen Partner hindurch – in einer besonderen Aufmerksamkeit für seine Reaktionen, seine Empfindungen, für das, was erschaudern lässt oder zurückschreckt.

Viele Praktizierende berichten von einem stärkeren Gefühl der Übereinstimmung mit ihrem Körper und ihren Emotionen nach diesen Erfahrungen.

3. Um aus der sexuellen Performance auszusteigen

In einer Gesellschaft, die Orgasmus, Ausdauer, Männlichkeit oder stille Unterwerfung während des Sex bewertet, schlägt BDSM ein anderes Modell des Sexualakts vor: langsamer, inszenierter, sinnlicher.

Hier ist der Orgasmus nicht immer das Ziel – der Weg zählt ebenso viel wie der Gipfel.

Man kann Lust empfinden ohne Penetration, ohne Nacktheit, ohne aufgezwungenen Rhythmus – allein durch die Kraft der Spannung, der Sprachen, der kodierten Gesten.

4. Um Vertrauen und Loslassen zu erkunden

In einer gut vorbereiteten BDSM-Szene gibt man sich hin – aber nicht dem anderen, sondern einem Rahmen.

Man kann dann das Gefühl des kontrollierten Loslassens erproben (für Submissives) oder das der erotischen Verantwortung (für Dominante).

Es sind emotional bereichernde, mitunter sogar therapeutische Erfahrungen, da sie es ermöglichen, den eigenen Körper zurückzuerobern in einem sicheren, geborgenen Rahmen.

5. Weil es kein Alter zum Spielen gibt

BDSM ist keine Frage des Alters, des Geschlechts oder der Körperform.

Manche beginnen mit 20, andere mit 60. Man kann die Praktiken an seine körperlichen Möglichkeiten, an die aktuellen Wünsche und an die eigene Geschichte anpassen.

Die einzige wirkliche Voraussetzung ist die Lust auf Entdeckung – nicht der Drang, irgendetwas beweisen zu müssen.

Woraus bestehen BDSM-Spiele?

BDSM lässt sich nicht auf einige Accessoires oder extreme Praktiken reduzieren. Es ist eine eigenständige erotische Sprache mit ihren Codes, ihren Rhythmen und ihrer eigenen Zeitlichkeit. Es definiert die Dynamik des Sexualakts neu, indem es der Inszenierung, der psychologischen Spannung und vor allem… dem Einverständnis eine zentrale Rolle einräumt.

Der Unterschied zwischen BDSM-Spielen und „klassischen" Sexualspielen

In der sogenannten „klassischen" Sexualität folgt die Lust oft einem linearen Verlauf: Erregung, Penetration, Orgasmus. BDSM hingegen erschüttert diese Struktur.

Was gesucht wird, ist die emotionale Erfahrung: das Machtspiel, das Aufsteigen des Begehrens, die Transgression in vollständiger Sicherheit.

Hier ersetzt die Beziehung Dominant·e / Submissive (Dom/Sub) manchmal die unmittelbare Gegenseitigkeit. Eine Person führt, die andere lässt sich tragen. Diese Dynamik, kodifiziert, ist gewählt, besprochen, umkehrbar. Sie beruht auf Vertrauen, Kommunikation und dem Respektieren von Grenzen.

Manche Szenen können sehr sanft sein, basierend auf sensorischem Entzug oder Kontrolle, andere intensiver, mit Impact-Spielen oder Zwangselementen.

BDSM zielt nicht zwingend auf den Orgasmus ab. Es erkundet Macht, Loslassen, Verletzlichkeit, Beherrschung. Es ist ein Raum, in dem Menschen wagen – in vollständiger Sicherheit.

Die idealen Accessoires, um Ihre BDSM-Spiele zu beleben

Es gibt eine große Vielfalt an Objekten und Accessoires, die dazu gedacht sind, die BDSM-Erfahrung zu bereichern. Man muss nicht alles besitzen: Einige gut gewählte Elemente genügen, um eine Welt neuer Empfindungen zu öffnen.

Hier einige Vorschläge, ausgewählt nach ihrer Ästhetik, Sicherheit im Gebrauch und Vielseitigkeit:

Wie erkenne ich, ob ich bereit bin, BDSM auszuprobieren?

Es gibt weder ein typisches Profil, noch ein ideales Alter, noch ein Niveau, das man erreichen muss, um sich für BDSM zu interessieren. Aber bestimmte Signale können ein Zeichen für den Wunsch nach Erkundung sein:

  • Sie sind in einer festen Beziehung, aber die Routine hat die Vertrautheit abgestumpft. Sie möchten das Verlangen neu entfachen, Spiel, Kribbeln und Überraschung einführen.

  • Sie hegen Fantasien rund um Dominanz, Unterwerfung, Kontrolle – auch vage, auch noch nie ausgedrückt.

  • Sie fühlen sich von der Idee angezogen, anders zu empfinden, die gewohnten Szenarien zu verlassen, Ihren Körper und den des anderen (neu) zu entdecken.

  • Sie wünschen sich eine bewusstere Sexualität, die auf Kommunikation, Vertrauen, gegenseitigem Zuhören und Vereinbarungen beruht.

Vor allem aber sind Sie bereit, einen klaren, zwischen den Beteiligten definierten Rahmen zu respektieren, in dem jede Szene auf einem freien, gegenseitigen, jederzeit umkehrbaren Einverständnis beruht – ohne Mehrdeutigkeit oder Druck zwischen den Partnern.

BDSM ist keine Performance. Es ist ein erotischer Dialog, ein Rollenspiel, eine gewählte Spannung.

Wenn Sie die Idee neugierig macht, weckt oder Fragen aufwirft… dann ist das vielleicht bereits ein erster Schritt.

Bei 1969 glauben wir, dass Begehren keiner Regel folgt. Es erfindet sich in der Neugier, im Zuhören und in der geteilten Freiheit zwischen den Partnern.

FAQ: Was ist BDSM?

Im BDSM bedeutet es, dem anderen vorübergehend die Kontrolle innerhalb eines definierten erotischen Rahmens zu übertragen.
Sie kann körperlich sein (gefesselt sein, Anweisungen empfangen), emotional (eine Rolle spielen, sich führen lassen) oder symbolisch.
Es bedeutet niemals echte Unterwerfung oder unerwünschte Demütigung. Sie ist gewählt, eingebettet und stets umkehrbar.

Nein. BDSM umfasst ein breites Spektrum an Praktiken, von der einfachen Augenbinde bis hin zu intensiveren Spielen mit Körperstimulation.
Manche mögen erotischen Schmerz, andere bevorzugen Inszenierung, sanfte Fesselung oder sensorielle Deprivation.
Die Intensität wird stets den Wünschen und Grenzen jeder Person angepasst.

Ja, schrittweise und entsprechend den Wünschen jeder Person und der Beziehung.
Viele Paare beginnen mit einfachen Accessoires (Seile, Handschellen, Augenbinde), um neue Machtdynamiken zu erkunden.
Das Wichtigste: darüber zu zweit mit Ihrem Partner sprechen, einen Vertrauensrahmen schaffen, Wünsche und Grenzen respektieren. Das ist die Regel.

Stellen Sie sich diese Fragen:

  • Möchte ich mit meinem Partner andere Formen der Lust erkunden?
  • Fasziniert oder erregt mich die Vorstellung von Szenarien, Rollenspielen, Machtspielen?
  • Bin ich bereit, darüber zu sprechen, zuzuhören, einen klaren Rahmen zu respektieren, eine Regel?

Wenn ja, dann kann BDSM zu einem Raum der sinnlichen, emotionalen und zwischenmenschlichen Entdeckung werden – ganz nach Ihrem Bild, in Ihrem Rhythmus.

Autorin: Estelle, die Stimme von 1969

Autorin: Estelle, die Stimme von 1969

Ich schreibe über das Intime, das Begehren, die Verbindungen, die wir knüpfen und die wir neu erfinden.
Mit 1969 erkunde ich die Nuancen des Vergnügens und der Complicité durch einen sinnlichen und verfeinerten Ansatz.
Eine Art zu leben und zu schreiben: The Art of Loving.

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